Wird geladen

Wie Druckerhersteller uns zum Neukauf von Patronen  und sogar von Druckern drängen

Laserdrucker melden oft, alle Farben seien gleichzeitig leer – obwohl das rechnerisch fast unmöglich ist. Verantwortlich ist ein Chip, der nach einem programmierten „Verfallsdatum“ den Füllstand abrupt auf Null setzt. Wird er ersetzt oder zurückgesetzt, drucken dieselben Kartuschen noch Hunderte Seiten.

Auch bei Tintenpatronen bleibt stets ein Drittel der Füllmenge ungenutzt. Ein kleiner Rest schützt zwar den Druckkopf, aber nicht in dieser Größenordnung. Hochgerechnet landen so weltweit Millionen Liter funktionsfähiger Tinte im Müll; die Hersteller verdienen doppelt, wenn sie die Patronen selbst ‑recyceln .

Viele Originalpatronen sind innen bewusst als kompliziertes Labyrinth konstruiert, damit Nutzer sie nicht selbst auffüllen können. So bleibt nur der Griff zu teurem Originalzubehör oder professionell recycelten Alternativen – beides weder günstig noch nachhaltig.

Manche Hersteller, etwa HP, versehen Patronen zusätzlich mit einem Ablaufdatum. Erreicht die Uhr dieses Datum, stoppt die Firmware jeden Druckvorgang, selbst wenn noch fast volle Tanks eingesetzt sind. Wer selten druckt, sollte daher Geräte wählen, deren Patronen kein Haltbarkeitsdatum besitzen oder sich mit einem Chip‑Resetter zurücksetzen lassen.

Starter‑Patronen in neuen Druckern enthalten oft weniger als die Hälfte der üblichen Füllmenge. Kaum ist das Gerät eingerichtet, steht die erste Nachbestellung an.

Epson setzt noch eins drauf: Bestimmte Modelle erklären sich nach einer bestimmten Seitenzahl angeblich wartungsbedürftig. Ersatzteile bietet der Hersteller dann jedoch nicht mehr an – ein subtiler Wink, sich gleich einen neuen Drucker anzuschaffen. Ein einfacher Firmware‑Reset stellt meist die volle Funktion wieder her.

Auch die Stromspargewohnheit, den Tintenstrahler nach jedem Ausdruck vom Netz zu trennen, kann teuer werden: Beim erneuten Einschalten läuft ein Reinigungsprogramm, das unnötig Tinte in den Resttintenbehälter spült. Besser ist es, den Drucker dauerhaft angeschlossen zu lassen oder ein Modell zu wählen, bei dem sich der Resttintentank manuell entleeren lässt.

Praktische Gegenmaßnahmen bestehen darin, die Füllstandskontrolle in der Gerätesoftware zu deaktivieren, Ablaufdaten per Resetter zurückzusetzen und schon beim Kauf auf druckerfreundliche Modelle zu achten. Jede Patrone, die länger genutzt wird, entlastet Umwelt und Geldbeutel gleichermaßen.

Kommentar veröffentlichen

Das hast du vielleicht verpasst